Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.

Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Skip to main content

11. bis 17. Juli

Distrikt Zwickau

Wenn Namen fehlen!


So spricht der HERR, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. (Jesaja 43,1)


In Zeiten der Anfechtung und der Not birgt dieser Vers einen tröstlichen Zuspruch. Bei Gott sind wir keine anonymen Geschöpfe, sondern er kennt uns mit Namen und er tritt für uns ein. Allerdings werden beim Zitieren dieses Verses, ausgerechnet wenn es ums Beim-Namen-Gerufen-Sein geht, meistens zwei Namen weggelassen. Denn eigentlich steht geschrieben: »So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel ...« Es mag Gründe geben, den Vers verkürzt zu zitieren. Aber damit verschweigt man den ursprünglichen Zusammenhang und die ersten Adressaten: das Volk Israel.

Eine verantwortliche Exegese und Theologie nach der Shoa, dem nationalsozialistischen Völkermord an den Juden Europas, kann mit Bibeltexten nicht mehr so umgehen. Über viele Jahrhunderte hat eine verheerende theologische Auslegung das Volk der Juden von den Verheißungen Gottes enteignet und durch die Christen als Gottesvolk ersetzt. Das trug mit dazu bei, dass Juden an den Rand gedrängt, verfolgt und ermordet wurden. Als am 9.November 1938 in Deutschland Synagogen brannten, musste Bonhoeffer die Kirche daran erinnern: »Nur wer für die Juden schreit, darf gregorianisch singen.«

Wie gut, dass Aktionen wie die in Gehwege eingelassenen »Stolpersteine« dazu beitragen, dass die Namen unzähliger im Dritten Reichen deportierter und ermordeter jüdischer Mitbürger nicht vergessen werden. Darüber hinaus sollten auch wir darauf achten und bezeugen – und wenn auch nur durch das korrekte Zitieren eines Bibelverses – dass Juden und Christen Geschwister sind und unter derselben Verheißung Gottes stehen: »Du bist mein.«

Superintendent Werner Philipp

Kontakt: werner.philipp(at)emk.de

Ich danke

  • für die vielfältigen Feierlichkeiten, Veranstaltungen und Ausstellungen anlässlich des Jubiläumsjahres »1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«;
  • für den jüdisch-christlichen Dialog, der vielerorts Juden und Christen zum gegenseitigen Austausch, gemeinsamen Feiern und zu miteinander abgestimmten Aktionen zusammenbringt;
  • für die guten Beziehungen zwischen Deutschland und dem Staat Israel, die trotz der belastendenden Geschichte einen freundschaftlichen und zugleich kritischen Dialog ermöglichen.

Ich bitte

  • für die Opfer von Antisemitismus und Rassismus, dass sie in ihrem Leid und Verlust Hilfe, Beistand und Solidarität erfahren;
  • für alle, die sich im interreligiösen Dialog engagieren und für Frieden unter den Religionen einsetzen;
  • für Frieden im Nahen Osten, der sowohl Israelis als auch Palästinensern eine gute Zukunft ermöglicht.
Werner Philipp D.Min.
Werner Philipp D.Min.

Distrikt Zwickau

Der Zwickauer Distrikt ist einer der beiden Distrikte der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz, der 23 Gemeindebezirke in West-Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt umfasst. Diese wiederum bestehen aus 48 Gemeinden, deren Ausbreitung von Dessau bis Schöneck/Vogtland und von Erfurt bis Zwickau reicht. Zu ihnen gehören 2392 Kirchenglieder und 1688 Kirchenangehörige.

Kontakt:
Superintendentur
Zwickauer Distrikt
Lessingstraße 8
08058 Zwickau

Telefon: 0375 88375515
E-Mail: sekretariat.sup.ojk(at)emk.de