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25. bis 31. August

Theologische Hochschule Reutlingen

Zum »Schuldigen« beten


Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Psalm 33,12)


Diese Seligpreisung lädt am Israelsonntag, jeweils am 10. Sonntag nach Trinitatis, dazu ein, die Treue Gottes zu seinem Volk Israel zu feiern. Der Psalm ermuntert zum Jubeln, Preisen und Singen angesichts der Gerechtigkeit Gottes.

Wenn wir aber in diesen Tagen in der Zeitung lesen müssen, dass Juden – Rabbiner mit ihren Familien – in Berlin und München und zuletzt auch in Paris beleidigt, bespuckt und geschlagen werden, dann kann es mit der Glücksverheißung »Wohl dem Volk« ganz so einfach nicht sein. Unausweichlich kommt die Frage auf: Wo war Gott, als seinem Volk die Auslöschung drohte?

Elie Wiesel, als junger Mann mit knapper Not dem Konzentrationslager Auschwitz entkommen, erzählt: »Im Lager beschlossen drei Rabbiner, Gott anzuklagen, in angemessener, korrekter Form, wie es ein richtiges rabbinisches Tribunal tun soll. Was sie taten, war vollständig in Übereinstimmung mit dem jüdischen Gesetz und der jüdischen Tradition. Die Verhandlungen des Tribunals zogen sich lange hin. Schließlich verkündete der Vorsitzende des Tribunals das Urteil: Schuldig. Dann herrschte Schweigen – endloses Schweigen. Aber schließlich sagte der Rabbi: Und nun, meine Freunde, lasst uns gehen und beten. Und wir beteten zu Gott, der gerade wenige Minuten vorher von seinen Kindern für schuldig erklärt worden war.«

Wo jede Erklärung versagt, halten Menschen dennoch am Gebet fest. Im Gebet bleibt Gott der, der auf alle Menschen schaut, die die Erde bewohnen, von dem allein Hilfe und Schutz zu erhoffen ist und von dem gesagt werden kann: »Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist.«

Christof Voigt

Kontakt: christof.voigt(at)emk.de

Wir danken

  • für alle Studierenden an der kircheneigenen Hochschule mit ihren ganz verschiedenen Hintergründen.
  • für die guten Studienbedingungen, die die Kirche und die Hochschule zur Verfügung stellen.
  • für die Menschen in den Kirchen, die sich für Frieden und Verständigung einsetzen.

Wir beten

  • für die Verständigung zwischen Menschen auf der ganzen Erde und dafür, dass gläubige Menschen sich dabei von Gottes weitem Geist leiten lassen.
  • für einen göttlichen Frieden, den Schalom, auf Erden und dafür, dass theologische Bildung dazu die Köpfe, Herzen und Hände öffnet.
  • für ein vielfältiges und erfrischendes Zusammenleben von Menschen jeglicher Herkunft.
Prof. Christof Voigt
Prof. Christof Voigt

Theologische Hochschule Reutlingen

Die Theologische Hochschule Reutlingen steht in einer mehr als 150-jährigen Tradition der Bildung kirchlicher Führungskräfte. Getragen wird sie von fünf deutschsprachigen Jährlichen Konferenzen. Seit 2005 ist sie eine staatlich anerkannte Hochschule und vergibt staatlich und international an-erkannte Bachelor- und Master-Abschlüsse. Derzeit besteht die Hochschulgemeinschaft aus siebzig Studierenden, sieben Professor(inn)en, fünf Lehrbe-auftragten und sieben Mitarbeitenden in Haus und Verwaltung.

Kontakt:

Theologische Hochschule Reutlingen
Staatlich anerkannte Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche
Friedrich-Ebert-Str. 31
72762 Reutlingen

Telefon: 07121 9259-0
Web: www.th-reutlingen.de