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20. bis 26. August

Theologische Hochschule Reutlingen


Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Psalm 33,12)


Die Hände freibekommen

Aus der modernen Glücksforschung wissen wir, dass Glück und Wohlbefinden sich vor allem dann einstellen, wenn ein menschliches Leben von tragfähigen Beziehungen und von Sinn geprägt ist. Der Beter von Psalm 33 hat erfahren, dass Leben gelingt, wenn es in einer vertrauensvollen Beziehung zu der Quelle des Lebens, zu Gott, gewagt wird. Während ein altes römisches Sprichwort uns rät, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied sein muss, weiß der Psalmbeter, dass Glück und Wohlergehen letztlich nicht in unserer Hand und unserer eigenen Leistung stehen, sondern ein Geschenk sind.

Das heißt nun allerdings nicht, dass man die Hände ergeben in den Schoß legen und auf das Glück nur warten soll. Engagement und Erfolgsmomente gehören ebenfalls zu einem sinnerfüllten Leben. Aber die Reihenfolge muss stimmen. Daran erinnert uns die theologische Grundeinsicht der Reformation in diesem Jubiläumsjahr: Der Mensch kann und muss nicht um seine Daseinsberechtigung und sein letztes Geschick kämpfen. Er kann sich weder das Leben noch das Glück durch eigene Leistung erwerben. Vielmehr lebt er aus dem Zuspruch Gottes und bekommt dadurch die Hände frei, um nach rechts und links den Menschen Gutes zu tun, die seine Hilfe brauchen. Erwählung durch Gott ist also weder ein Verdienst noch Grund falscher Bequemlichkeit. Sie ist Gnade, die in dankbarer Antwort zum Handeln ermutigt – gelebte Gnade.

Dr. Holger Eschmann

Kontakt zum Autor: holger.eschmann(at)th-reutlingen.de

Wir danken Gott

  • für seine Liebe, die uns ein erfülltes Leben schenkt.
  • für die Menschen, die er in den Dienst der Verkündigung dieser Liebe gerufen hat.
  • für die vielen Begabungen, mit denen er Menschen ausstattet.

Wir bitten Gott

  • uns Ohren, Augen und Herzen zu öffnen, dass wir immer deutlicher hören, was sein Wort uns sagt und wie wir sein Wort anderen weitersagen können.
  • für die Menschen, die an der Theologischen Hochschule Reutlingen lernen, lehren und leben – und für die vielen Menschen, mit denen sie in aller Welt in Verbindung stehen.
  • um Menschen, die sich zur Arbeit in Gottes Ernte senden lassen.
Holger Eschmann
Holger Eschmann

Theologische Hochschule Reutlingen

Das Studium an der Theologischen Hochschule Reutlingen wurzelt in gelebtem Glauben, lebt von befreitem Denken und zielt auf eine Praxis tätiger Liebe. Wissenschaftlich fundiert und auf die Praxis bezogen dient das Studium der vollzeitlichen oder der berufsbegleitenden Aus- oder Fortbildung von Menschen für den hauptamtlichen Dienst in der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche.

Kontakt:

Theologische Hochschule Reutlingen
Staatlich anerkannte Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche
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72762 Reutlingen

Telefon: 07121 9259-0
E-Mail: info(at)th-reutlingen.de
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